Kontroverse Diskussionen über Windenergie in Trochtelfingen

Etwa zweihundert Personen folgten am 27. Juli  der Einladung der Stadt Trochtelfingen, am Auftakt des dortigen Windenergiedialogs teilzunehmen. In der Eberhard-von-Werdenberg-Halle konnten sie sich informieren über den Stand der Dinge in Sachen Windenergie in Trochtelfingen.

Worum geht es: Bereits vor einigen Jahren waren erste Überlegungen und Planungen für einen möglichen Bau und Betrieb von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt angestoßen worden. Verschiedene Unternehmen erkunden die Möglichkeiten dafür. Stadt und Gemeinderat wiederum haben beschlossen, den Bau von Windenergieanlagen über die Flächennutzungsplanung zu steuern. Bei der Veranstaltung am 27. Juli sollte nun der Sachstand bei  diesem Verfahren der Öffentlichkeit vorgestellt  werden. Außerdem hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich über allgemeine Fragen rund um die Windenergie zu informieren und zu diskutieren.

Was es bedeutet, Windenergie „zu steuern“, das erläuterte bei der Veranstaltung Lena Bremekamp vom Regierungspräsidium Tübingen. Den Status beim Flächennutzungsplan für Windenergie und den dafür zu erstellenden Gutachten stellte Clemens Künster vom gleichnamigen Arichitektur- und Planungssbüro vor. Christian Eulitz vom Ingenieurbüro Möhler und Partner beantwortete Fragen zum Schall und Infraschall von Windkraftanlagen, Luca Bonifer vom Dialogforum Energiewende und Naturschutz erklärte, was im Hinblick auf Natur- und Artenschutz zu beachten ist.

Aus Sicht der Bürgerinitiative Gegenwind Steinhilben können Windkraftanlagen keinen ausreichenden Beitrag leisten zur verlässlichen Energieversorgung von Pivathaushalten, Gewerbe und Industrie, wie Stephan Rudolph für die Initiative vortrug. Zudem hält die Bürgerinitiative die Belastung durch Schall  und Infraschall durch die Anlagen für nicht akzeptabel.  Dem widersprach Thomas Goerlich vom BUND Trochtelfingen. Er hält die Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner durch Windräder für vertretbar, wenn die vorgeschriebenen Abstände und eventuelle Auflagen der Behörden eingehalten werden. Für den Schutz von Fledermäusen sowie von Rotmilanen, Wespenbussarden und anderen Vogelarten ließen sich zudem Lösungen finden, so der Vertreter des örtlichen Naturschutzvereins. In den vielen Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten sich die Trochtelfingerinnen und Trochtelfinger meinungsfreudig, sie trugen Argumente für wie gegen den Ausbau der Windenergie engagiert vor.

Wenn im Herbst eine nächster Entwurf vorliegt, dann wird voraussichtlich auch der Dialog weitergehen.