Königheim im Dialog über Solarparks

© Forum Energiedialog, J. Krause

10. April 2019 – Woran soll die Gemeinde sich orientieren, wenn zu entscheiden ist, ob und wo künftig großflächige Solarparks auf Gemarkung Königheims und seiner Ortschaften entstehen dürfen? Noch gibt es in Königheim Photovoltaik-Anlagen nur auf Gebäuden. Aber es hatten sich bereits Interessenten bei der Gemeinde gemeldet, die den Bau von Solarparks auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen angehen wollen. Von wo aus sollen solche Solarparks möglichst nicht zu sehen sein? Wie verhält es sich mit konkurrierenden Interessen der Landwirtschaft oder des Naturschutzes? Bei einer Veranstaltung in der Königheimer Brehmbachtalhalle konnten Bürgerinnen und Bürger mit Gemeinde und Gemeinderatsmitgliedern über diese Fragen diskutieren. Das Forum Energiedialog hat die Veranstaltung gemeinsam mit der Gemeinde organisiert und moderiert. Im Vorfeld hatte der Gemeinderat einen Kriterienkatalog für Solarparks auf Gemarkung der Gemeinde entwickelt. Diesen Kriterienkatalog stellten die Mandatsträger der Bürgerschaft bei der Veranstaltung vor.

Experten ergänzten Hintergrundinformationen. So erläuterte Stephanie Schaupp, Geschäftsführerin der Energieagentur des Main-Tauber-Kreises, das Klimaschutzkonzept des Landkreises. Meinhard Stärkel, Leiter des Landwirtschaftsamtes des Main-Tauber-Kreises, erklärte, dass aus seiner Sicht die besonders hochwertigen Flächen von Solarparks frei bleiben sollen. Andrea Molkenthin-Keßler vom Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz ging darauf ein, wie man die Fläche unter den Solarmodulen so bewirtschaften und pflegen kann, dass sich darauf vielfältige Insekten und Pflanzenarten ansiedeln können.

© Forum Energiedialog, J. Krause

Dann hatten die etwa 100 Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, ins Detail zu gehen. An drei Themenstationen konnten sie die vom Gemeinderat vorgeschlagenen Kriterien im Wortlaut nachlesen, Fragen dazu stellen, sie kommentieren, mit Gemeinderatsmitgliedern und Experten diskutieren sowie weitere Vorschläge äußern. Besonders viel Interesse fand dabei die artenschutzgerechte Pflege der Flächen. Hierzu schlugen die Bürgerinnen und Bürger eine Reihe von konkreten Maßnahmen vor. Sie betrafen beispielsweise bauliche Aspekte der Solarmodule: Kleintieren müsse es weiter möglich sein, die Flächen zu überqueren. Außerdem gab es Vorschläge dafür, wie die Flächen gemäht werden sollen. Auch Schafbeweidung solle möglich sein. Des Weiteren wurde darüber diskutiert, wie Gemeinde und Bürgerschaft an der Wertschöpfung aus dem Betrieb von Solarparks teilhaben sollen. Dass die Gemeinde einen fairen Ausgleich für Wegerecht und die Verlegung von beispielsweise Kabeltrassen erhalten und Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich an den Anlagen zu beteiligen, fand viel Zustimmung. Einige bezweifelten aber, dass die Gemeinde die verschiedenen Anforderungen hinsichtlich Naturschutz und Bürgerbeteiligung bei den Projektentwicklern durchsetzen könne. Sie mahnten an, dass dies über die Betriebslaufzeit hinweg kontrolliert werden müsse und dass die Gemeinde ein Nichtbefolgen der Auflagen sanktionieren solle.

Der Gemeinderat wird als nächstes beraten, wie er die Hinweise und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger nun in den Kriterienkatalog einfließen lässt, und wird das Dokument entsprechend anpassen, kündigte Bürgermeister Ludger Krug an. Die Kriterien im Wortlaut werden auf der Homepage der Gemeinde abrufbar sein.

 

Pressebericht zur Veranstaltung: Gemeinsam Kriterienkatalog erarbeiten, Fränkische Nachrichten, 12. April 2019

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