Infomarkt in Freiburg-Kappel

Am 2. April 2019 konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger bei einem Infomarkt zu den geplanten Windenergieanlagen auf dem „Taubenkopf“ in Freiburg-Kappel informieren. Die Veranstaltung wurde vom Forum Energiedialog moderiert.

Der Leiter des Freiburger Umweltamtes, Dr. Klaus von Zahn, sowie der Kappeler Ortsvorsteher, Hermann Dittmers, begrüßten die Teilnehmenden. Dr. von Zahn erläuterte die Bedeutung des Standorts Taubenkopf im Kontext des Freiburger Klimaschutzkonzeptes. Der Themenschwerpunkt des Abends lag auf den Schallemissionen (hörbarer Schall und Infraschall) von Windenergieanlagen. Hierzu referierten Christian Eulitz, Akustiker des Ingenieurbüros Möhler & Partner (München) und beteiligt an einem Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes zu den Wirkungen von Infraschall, sowie Markus Schmerbeck von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW).

Windenergieanlagen erzeugten in der Tat Infraschall, aber schon in wenigen hundert Metern Entfernung seien die Werte geringer als die Werte von jenen Geräuschen, denen wir in unserer täglichen Umgebung ausgesetzt sind. Auch wenn berücksichtigt wird, dass Windenergieanlagen rhythmische Spitzen im Infraschall erzeugen, gibt es doch aufgrund der vergleichsweise geringen Infraschall-Immissionen keine wissenschaftlich belastbaren Nachweise von Gesundheitsgefahren, so die Experten. Den tieffrequenten, hörbaren Schall sahen Eulitz und Schmerbeck in Kappel aufgrund des vergleichsweise geringen Abstandes der geplanten Anlagen auf dem Taubenkopf zu einzelnen Häusern im oberen Kappeler Großtal (bis zu 480 Meter Abstand) als problematischer an. Hier sei das Projektvorhaben vor dem Hintergrund der Genehmigungsfähigkeit „ambitioniert“. Andreas Markowsky von der Ökostromgruppe Freiburg, welche die Anlagen plant, erklärte dem Plenum dazu, dass die Maximalwerte der Schallemissionen bei 43 Dezibel lägen. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert liegt bei 45 Dezibel. Außerdem erläuterte er, wie es zu einer Reduktion der ursprünglich geplanten 3 Anlagen auf 2 Windräder kam. Im Anschluss stand er an einem Infostand für den Austausch mit den Teilnehmenden zur Verfügung, ebenso wie Schmerbeck und Eulitz.

Bevor die Bürgerinnen und Bürger an den Infoständen ins Gespräch kamen, hatte ein Vertreter des Standes der Projektbefürworter die Gelegenheit, ein Statement im Plenum abzugeben. Die Projektkritiker-Seite hatte sich gegen eine Teilnahme am Infomarkt entschieden. Die Statements waren deshalb als Zitat aus ihrer Website an einem Stand ausgehängt.

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