Arbeitskreis Netzbooster diskutiert Ob-Frage

In Kupferzell diskutierte der Arbeitskreis Netzbooster in seiner dritten Sitzung am 26.01.21 die Grundsatz-Frage: Ist ein Netzbooster aus energiewirtschaftlicher Sicht erforderlich? Ist Kupferzell im Vergleich zu anderen Standorten die beste Wahl? Was bedeuten die Antworten auf diese Fragen im Hinblick auf ein zukünftiges Planfeststellungsverfahren?

Dr. Christoph Maurer, Geschäftsführer von Consentec, einem unabhängiges Beratungsunternehmen für Energiewirtschaft- und Technik, beschrieb in einem Kurzvortrag Idee und Funktionsweise eines Netzbooster-Systems und stellte Kriterien für einen geeigneten Standort dar.

Dr. Werner Götz, Geschäftsführer der TransnetBW, begründete, warum Kupferzell netzplanerisch der beste Standort für den Netzbooster sei. Das Umspannwerk Kupferzell habe als Netzanschlusspunkt die größte Anzahl an zu vermeidenden Engpassstunden und zudem das größte prozentuale Reduzierungspotenzial an Leitungsauslastung.

Achim Zerres, Abteilungsleiter für Energieregulierung der Bundesnetzagentur, erklärte, dass der energiewirtschaftliche Bedarf der Anlage am Standort Kupferzell eingehend geprüft und im Netzentwicklungsplan bestätigt wurde. Der Netzbooster sei eine Punktmaßnahme und diese werden grundsätzlich nicht in den Bundesbedarfsplan aufgenommen.

Prof. Anja Hentschel, Professorin für Umwelt- und Energierecht an der Hochschule Darmstadt, skizzierte den Weg zu einer möglichen Genehmigung des Vorhabens und klärte über die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde auf.

Die lokale Bürgerinitiative, Ein Herz für Hohenlohe, lehnte den Standort in einem Kurzvortrag vehement ab, weil eine Pilotanlage dieser Dimension nicht in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung gebaut werden dürfe.  Kupferzell sei auch deshalb ungeeignet, weil Kupferzell bereits durch Infrastrukturanlagen und Leitungen extrem vorbelastet sei.

Das Forum Energiedialog moderierte die Sitzung. Die Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie hier anschauen: Sitzungs-Video, 26.01.2021

 

Im Nachgang zur Sitzung hatte die Bürgerinitiative noch schriftlich Fragen an die Expert*innen eingereicht. Die Antworten/Stellungnahmen von Frau Prof. Anja Hentschel, Dr. Christoph Maurer und der Bundesnetzagentur finden Sie hier.

Antwort von Prof. Dr. Anja Hentschel

Antwort von Dr. Christoph Maurer

Antwort der Bundesnetzagentur